Thema der Woche: Vorkriegs-Special

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Das Thema Specials begleitet diesen Blog immer wieder durch div. Beiträge. Ob Fahrzeuge die Verkauft werden oder Menschen die das Talent haben welche zu bauen usw.

2008 habe ich einen Blogeintrag geschrieben „darf man oder darf man nicht….die geschichte der specials“  und seit einigen Tagen erhalte ich darauf wieder Kommentare.

Meine Meinung zu dem Thema hat sich kaum geändert (immerhin besitze ich sogar 2 Stück davon). Nach wie vor habe ich großen Respekt was da so mancher aufbaut. Damals muss man allerdings sagen waren die meisten Specials auf Fahrgestellen aufgebaut wurden von Limousinen die entweder schon nicht mehr vorhanden waren oder nicht mehr gerettet werden konnten. Das ist heute schon irgendwie anders denn ich kann kaum glauben das es echte Barnfinds noch gibt und auch ist das Verhältnis Limousinen zu Sportlichen Karosserien in ein ziemliches Ungleichgewicht verfallen.

Roland (der übrigens selber an Specials aufbaut)  hat einige gute Punkte zur Diskussion dazu beigetragen und hat durchaus recht das die Kosten für solche Projekte natürlich auch berücksichtigt werden müssen.

Auch schrieb er:

Ich bin da aber mittlerweile wirklich etwas weit in diese “specials” Szene reingerutscht. Allerdings in die englische. Das hat mit der deutschen recht wenig zu tun. Ein Special, wie gesagt in meinen Augen, ist der Versuch, notgedrungen, quasi aus dem Mangel an entsprechendem Kleingeld ein konkurenzfähiges Rennauto zu bauen. In Deutschland, werden in der Regel diese Autos zum posen und angeben benutzt.

Seinen Punkt zur englischen Special-Szene kann ich absolut nachvollziehen denn wenn man sich die Veranstaltungen in England an sieht (ob Rennkurse oder Trials) dann sind die Fahrzeuge dort fürs Fahren gemacht und haben mit den meisten deutschen Veranstaltungen kaum was zu tun (neben dem das der bau von Specials in England bis in die 30er geht und aus eben seinem oben angeführten Punkt). 

Zur Verteidigung muss man allerdings auch sagen das es in Deutschland auch keine vergleichbaren Events auf Rennstrecken gibt sondern das man hierzu ins Ausland gehen muss. Die Veranstaltungen die das hergeben, sind aus rechtlichen Gründen auch „nur“ Gleichmäßigkeitsfahrten (was übrigens durchaus auch sehr viel Spaß macht) und haben mit echten Renneinsätzen so überhaupt nichts zu tun (auch wenn da dem einem oder anderen Teilnehmer die Gäule durchgehen).

Was mich persönlich stört sind mittlerweile die (erfunden) Geschichten oder eben das weglassen von Wahrheiten eines Specials oder Nachbauten. Bei so manchen Eintrag muss sogar ich 3mal lesen um was es sich da handelt obwohl ich mich intensiv mit dem Thema ja auseinander setze. Auch kann es nicht sein das ein Special plötzlich mit Papieren ausgestattet ist die eigentlich nur absolut Originalen doch vorbehalten sein sollten. Die Herausgeber solcher Papiere (z.B. Fiva) machen sich doch damit selber unglaubwürdig!

Ja über die Preise wundere ich mich mittlerweile auch. Einen Alvis „Special“ wird nicht unter 130-160tsd EUR angeboten, auch wird bei so manchen Riley eben Preise aufgerufen die ich nicht mehr nachvollziehen kann. Ein perfekte Limousine kostet um die 40tsd EUR und das gleiche Fahrgestell mit Sportbekleidung kann mal schnell die 100tsd EUR kratzen.  Auch passt es nicht zur Preisentwicklung dann zu originalen Fahrzeugen ….ein originales Amilcar müsste ja dann in der Logik deutlich über diesen Fahrzeugen angesiedelt sein?

In England gab es letztes Jahr ziemliche viel Wirbel um die (nachgebauten) Bugattis und die englischen Zulassungsbehörden liesen wohl jeden Bugatti Fahrer einen Nachweis erbringen um was es sich da wirklich handelt (also Original oder eben nicht) und in der Schweiz werden neue Specials nicht mehr zugelassen. Beides sind deutliche Zeichen das in der Szene der Bogen überspannt wird und es ist abzuwarten was da in Deutschland in den nächsten Jahren noch passieren wird.