Eine Weihnachtsgeschichte….oder backen wir uns doch einfach Autos

Jedes Jahr stellt man sich die Frage welches originelles Geschenk so manchen eine Freude machen würde. Nun das ich für den Begriff „Auto“ bekannt bin …bringt allerdings auch eine Erwartungshaltung mit sich (gut die Freundin will kein Auto haben…die freut sich auf andere Sachen).

Also gut….dieses Jahr hab ich meine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt (und so manchen Gast schon überrascht).…also was liegt nahe dann auch noch zu Backen….kann ja nicht so schwer sein!?

Beim Backen gehts ja auch um Teig und Teig lässt sich bekanntlicher Weise viel leichter in Form bringen als ein Blech. Der Teig der Wahl war auch schnell gewählt….nämlich der der Vanillekipferl. Das Rezept war auch schnell im Internet gefunden und heute war der Tag der Tage….nämlich Wochenende und da hat man ja meist ein wenig Zeit.

Rezept war ziemlich einfach, was mich allerdings wunderte, das Zeug aus Mehl und Haselnüssen wird nicht durch Milch zusammengehalten wird sondern durch Butter und zwar viel Butter (das ist eine Warnung….das Zeug hat so viel Kalorien dass Eure Nachfahren Euch noch verfluchen werden). Naja….Zusammengehalten ist ein relatives Wort denn beim ersten Kneten dachte ich das wird nie ein Teig  sondern bleibt ein einzige Bröselmasse. Nach vielen Flüchen hab ich ihn dann doch in eine vertretbare Form gebracht.

Nach einer Stunde ziehen in der Kälte durfte man ihn dann endlich verarbeiten. Nun….auch verarbeiten ist auch hier relativ denn ich hatte den Eindruck ich fange von vorne wieder an und eigentlich sollte ja jetzt alle Energie schon in die Autoproduktion gesteckt werden. Ich hatte übrigens ziemlich viel Teig gemacht denn ich wollte auch viel Autos haben.

Wie so ein Auto so aussieht ist mir natürlich klar ….also für so was brauch ich doch keine Ausstechform….ist was für Anfänger und Vanillekipferl werden doch schließlich auch von Hand gemacht.

Das funktioniert im Prinzip auch mit gut gemachten Teig ganz gut….z.B. ein Rundes Rad zu machen…..mit meinem NICHT. Jeder Versuch das Zeug in einem runden Kranz zu legen versagte und es sah aus als ob ich das Rad gerade neu erfinde….neben dem das der Teig derart bröselte. Die erste Reifenproduktion war nicht zu gebrauchen und ich war kurz davor mich für Schlitten anstatt Autos zu entscheiden.

Nach 30 Rädern  hatte ich es raus ….nur waren die jetzt ziemlich groß und ich war noch gar nicht beim Aufbau. Nach einigen Versuchen ein Dach zu machen….hab ich kurzerhand beschlossen ich mach Cabrios (Dächer sind aber so was von überbewertet) ….da braucht man nur ein kleine Windschutzscheibe und das ist viel einfacher. Nach etwas 2 Stunden war ich mit einem Blech …und Nerven am Ende.

Die erste Ladung Autos gingen nun in den Herd und sollten nun 15 Minuten lt. Anweisung bei 175 Grad im Ofen ausharren. Nach 15 Minuten hab ich das Blech rausgenommen musste aber feststellen das die Teile irgendwie noch weich sind…..also wieder zurück in die Garage…äh Ofen. Nach weiteren 10 Minuten hab ich beschlossen sie müssen noch mal wieder rein usw. usw. . insgesamt waren sie über 40 Minuten drinnen (also eine Zeit in der man ein echtes Auto lackiert).

Ich hab ja Vanillekipferl schon an Weihnachtsbäumen hängen sehen ….sie waren extrem fest (allerdings ungenießbar) und nach meinen 40 Minuten war ich ehrlich gesagt der Hoffnung das meine auch das sind (ok….wer will meine schon essen). Meine waren leider BRÖSELZEUG…und jedes Auto das versucht habe vorsichtig zu bergen brach vor meinen Augen in sich zusammen. Man kann sich das so vorstellen….du öffnest eine Garage die 100 Jahre nicht geöffnet wurde und als du sie aufmachst steht da ein wundervoller Oldtimer. Natürlich willst du das Auto bergen …..aber beim ersten Anfassen…fällt es wie Staub zusammen……echt deprimierend.

Mein Versuch mit Schokoüberzug die restliche Autos noch zu retten (praktisch spachtelen und überlackieren ) brachte im Prinzip nur zusätzliche Sauerei in meiner Küche….denn der Schokoüberzug hielt zwar….aber beim anheben war das dann das einzige was noch auf der Gabel vorhanden war….der erst rieselte wie Sand darunter raus.

Der Schluss der Geschichte ist…..kein Auto hat überlebt und das nach so viel Arbeit. Das Vanillekipferlpulver das ich erzeugt hatte schmeckte zwar nicht schlecht, aber es behielt einfach sein Form nicht und wäre nur in Tütenform verbreitbar.

Nächstes Jahr gibts übrigens was vernünftiges….nämlich Backbleche (meine).…die kann man unters Auto legen und sie fangen das tropfende Öl des Engländer oder Franzosen auf….das ist Praktisch und macht viel weniger Arbeit!