Mythos Bugatti

Dieses Jahr wurde 100 Jahre Bugatti gefeiert und natürlich ist vieles darüber geschrieben worden. Aber was macht wirklich diese Faszination aus?

An dem wirtschaftilichen Erfolg kann es wohl kaum liegen, denn die Firma Bugatti war wirtschaftlich nicht wirklich erfolgreich. Auch die verkauften Stückzahlen waren in einem Zeitraum von 50 Jahren gerade mal 8.000 Stück. Das Fahrzeug das von Bugatti entworfen wurde mit der höchsten verkauften Stückzahl ist nicht einmal unter der Marke Bugatti verkauft worden sondern unter Peugeot (Bébé mit etwa 3.000 Stück).

Ja die Fahrzeuge waren sportlich erfolgreich und der Typ 35 ist in die Geschichte als eines der erfolgreichsten Rennfahrzeuge der automobilen Geschichte eingegangen. Dabei waren die Autos technisch nicht wirklich perfekt. Die Öldruckschmierung kam erst sehr viel später als die meisten Fahrzeuge dies bereits als Standard hatten. Auch das Festhalten an einer starren Vorderachse war nicht gerade ein Zeichen von Innovationsfreude.

Und trotzdem….wenn man heute vor einem Bugatti steht dann kann man sich der Faszination kaum entziehen (besonders bei den sportlichen Modellen).

Wenn man einen Besitzer eines Bugattis antrifft dann hat man meist den Eindruck manchmal einer etwas kühlen und abgeklärten Personen gegenüber zu stehen. Allerdings wer ganz genau hinsieht der kann das Lächeln und den Stolz seines Besitzers noch von der ersten eigenen Fahrt im neu erworbenen Bugatti immer noch sehen.

Ettore Bugatti war es der das geschafft hat denn man merkt seinem Produkt an welche Leidenschaft er dort hineingesteckt hat und das heute noch.

Die Famile Bugatti waren eigentlich Künstler denn sein Vater war ein bekannter Kunstschreiner und sein Bruder Rembrandt wurde bekannt durch seine Skulpturen (Kühlerfigur des Bugatti Royal ist auf ihn zurückzuführen). Ettore dagegen entdeckte seine Leidenschaft für das sich gerade entwickelnde Automobil und entwarf bereits Fahrzeuge in einem Alter in dem er selbst noch nicht geschäftsfähig war und so musste sein Vater für ihn seinen ersten Auftrag unterschreiben.

Es reichte ihm nicht einfach nur ein Auto das funktioniert zu bauen sondern sie mussten außergewöhnlich sein. Das ging schon beim Motor los denn ein Bugatti Motor ist für sich alleine ein Kunstwerk und könnte so wie er ist in das Museum of Art kommen und welcher Motor heute könnte das von sich behaupten?. Die Detailliebe wird fortgeführt in den kleinen technischen Teilen seiner Autos ob Umlenkungen oder das Getriebe das nicht einfach am Motor drangebaut ist, sondern eine ganz eigene Einheit darstellt. Die Karosserie eines Typ 35 gilt als Ideal eines sportlichen Vorkriegsfahrzeuges und seine Limousinen strahlten immer eine Eleganz mit einem Tick Sportlichkeit aus.

Ettore selbst war einer der auf sein Äußeres sehr großen Wert gelegt (um nicht zu sagen extravagant war) hatte und den gleichen Maßstab legte er an seinen Autos an.

Dabei war sein Schaffen nicht auf Autos begrenzt sondern man entwickelte Motoren für Flugzeuge… es gab ein Zug-, Auto- und Flugzeugprojekte und vieles mehr.

Daß Ettore dies alles nicht einmal studiert hatte sondern er sich das mehr oder weniger selbst beigebracht hat kann man eigentlich fast nicht glauben und macht das erschaffene umso mehr faszinierender.

Das Talent hatte er an seinen Sohn Jean vererbt und man sieht dies in den Karosserien die er entworfen hat. Durch ihn hätte die Firma Bugatti sicherlich weiterhin Geschichte geschrieben und zurück zum alten Erfolg gefunden aber leider verstarb er bei einer Testfahrt im jungen Alter tödlich und besiegelte eigentlich das Ende von Bugatti.

Alle Versuche danach ein angemessenes Fahrzeug im Sinne von Ettore oder Jean auf dem Markt zu brigen sind gecheitert, denn dieser Automobilbauer war mehr als nur auf das Bauen eines Autos aus….. er dagegen wollte Kunstwerke die einmalig sind und bei denen der technische Anspruch nur ein Teil war.

Den Wunsch ein Teil dieser Geschichte zu werden macht wohl den Mythos Bugatti aus.