Die Lust und die Last zu schreiben

Seit Jahren arbeite ich an meinem Benjamin Buch und bin immer wieder fasziniert was sich alles über die Marke finden lässt. Dabei war sie nur ein kleiner Wimpernschlag Automobiler Geschichte.

Benjamin Typ B von 1922
Benjamin Typ B von 1922

Das alles zusammen zu fügen und daraus Rückschlüsse zu ziehen ist manchmal wie eine Detektivarbeit. Mein Archiv basiert dabei mittlerweile auf Rund 300 Dokumenten und Fundstücken.

Besonders Stolz bin ich auf die Medaille von Lenfant die er beim Rennen 1923 Paris –Pyrenees-Paris erhalten hatte. Ohne einen fleißigen Leser des Blogs wäre sie mir entgangen der mich darauf aufmerksame machte (dafür nochmal herzlichen Dank).  Dabei tauchte sie auf Ebay auf und der Besitzer konnte damit wohl nichts anfangen und brachte es auch nicht mit dem Rennen zusammen. Ich glaube zwar nicht wirklich an Schicksal aber irgendwie musste sie zu mir gelangen.

Andre Citroen war ein Autopionier und damals ein Automagnat (übrigens mit großer Spielleidenschaft was ihn auch mi Geschäftsleben so einige Risiken eingehen lies) und der Benjamin Gründer Maurice Jeanson war sicherlich von ihm beeinflusst. Der Benjamin Typ A, B und C sehen auch tatsächlich dem Citroen C3 auf den ersten Blick ähnlich, nur waren die Benjamin Fahrzeuge kleiner und irgendwie wirken sie auch zerbrechlicher. Benjamin strebte auch große Produktionszahlen an, übermittelt sind auch großen Bestellungen auf den Automobilsalons ihrer Zeit und auch die Fahrgestellnr. zeigen das. Wie viele dann aber wirklich gebaut wurden ist nicht zu ermitteln. Heute auf jeden Fall existieren nur eine kleine Anzahl an Fahrzeuge und Typen die Benjamin gebaut hatte (vom Typ B und C kenne ich selber nur gerade mal 15 Fahrzeuge). Aber immer wieder tauchen auch welche auf in unterschiedlichen Erhaltungszuständen und bringen mir ein lächeln ins Gesicht.

Eines der schönsten Modelle dürfte das Modell Bagatelle gewesen sein.

Es war ein reines Luxusmodell und hatte ein außergewöhnliches Dach und der obere Teil war mit edlen Hölzern belegt. Es passte eigentlich so gar nicht in die Palette von Benjamin die eher als Ziel hatte kleine kostengünstige Fahrzeuge zu bauen, beworben wurde es dafür allerdings recht aktiv und später gab es das Dach als eine Art Hardtop zum Nachrüsten für das Modell Typ B. Auch fuhr man damit auch auf diverse Concour de Elegance Events und gewann auch welche damit. Ich denke es war ein Art Prestigeprojekt um zu zeigen zu was man eigentlich in der Lage war aber es sind vermutlich nicht sehr viele davon entstanden. Tatsächlich tauchte vor einiger Zeit dann ein Fahrgestell davon auf, samt Motorhaube die länger war als bei alle anderen Modellen. Ich hoffe der neue Besitzer wird es wieder aufbauen und macht daraus keinen Special was er ursprünglich mal vor hatte.

Das Buchprojekt

Meine Dokumente über die Marke habe ich unterschiedlich sortiert , einmal nach Jahren und einmal nach Kapitel im Buch (Fahrzeugtypen, Rennerfolge, Concour de Elegance usw.). Es sind dort schon so viele Seiten entstanden das Word bereits kapituliert hatte und ich es auf 4 Stück aufteilen musste.   Einige Artikel sind auch bereits ins Deutsche übersetzt denn franz. Zeitungen aus den Jahren 1922 und 1923 (eigentlich die Blütejahre von Benjamin) sind eine wahre Fundgrube.

Das alles in ein sinnvolles Buch zu packen und auch noch mit einigen Text zu versehen ist allerdings wirklich Arbeit und bis jetzt ist nur 1922 auf einem einigermaßen ansehnlichen Status. 1923 wäre nun das nächste Kapitel und die Unterlagen dazu muss ich erst mal scannen was viel Arbeit machen wird. Auch ist das Programm in dem ich das Buch erstelle leider nicht sehr flexibel wie ein Worddokument und man muss ganz sicher erst alles vorher festlegen weil spätere Änderungen extrem schwer sind.

Es wird noch Jahre dauern

Ich befürchte dass ich noch weiter 5 Jahre daran sitzen werde! Das Ziel ist übrigens kein kommerzielles sondern ein festhalten von einem fast verloren gegangenen Stück Automobiler Geschichte die wirklich erzählenswert ist . Vermutlich wird es ein kostenlose E-Book zum Download werden . Eine Printversion kann es natürlich auch geben allerdings wird sie wohl eher auf einem kostenpflichtigen Abruf hinauslaufen werden weil einfach 300 Seiten voller Dokumente einfach zu teuer wird.