Italien ist einfach schön.
Wir haben es richtig erwischt…..das Wetter war bestens und zwar die ganze Woche (in Deutschland war dagegen Unwetter und Kälte angesagt). Wir hatten Spitzentemperaturen von bis zu 39 Grad (Dubai ist was für Anfänger).
Wir waren also angekommen am Gardasee und zwar in Sirmione. Unser Hotel ein kleine Boutique Hotel lag super denn wir hatten eine Tiefgaragenplatz und der Triumph war sicher und er konnte sich auskühlen bzw. hatten wir ja vor am Freitag noch etwas weiter zu fahren und da wäre ein gut vorgekühltes Auto besser als eines das sich Tagelang in der Hitze schon aufgeheizt hat.

Sirmione ist wirklich schön….und es hat eine wirklich sehenswürdige Altstadt mit vielen Restaurants. Den Tag über verbringt man am Beach (kein Sandstrand!), allerdings empfehle ich nicht den Jamaica Beach denn der hat nicht wirklich schöne Plätze zum liegen (wir habens einen Tag ausprobiert).

















Dolce Vita und ein bisschen Sonnenbrand
Ich muss gestehen….wir haben den Triumph keinen Meter dort bewegt…..wir waren eher mit dem Sonnenbaden und den kulinarischen Verlockungen beschäftig. Das Wetter hat allerdings auch nicht dazu eingeladen sich noch groß zu bewegen oder gar mit einem Cabrio durch die Gegend zu fahren, selbst Nachts hatte es immer noch 33 Grad!
Je näher wir unserem Weiterreisetag gekommen sind umso mulmiger wurde mir wie das Auto mit dem Temperaturen noch klar kommt (Kopfkino machte sich breit). Immerhin waren wir beim letzten mal gerade noch 30 Kilometer gekommen. Das nächste Hotel lag 29 Kilometer entfernt und meine Zuversicht war nach den Erlebnissen dann doch etwas geschwächt.
Am Freitag sind wir also dann sehr früh los (auch mit der Hoffnung das wenn wir früh fahren die Temparatur nur bei 31 Grad ist). Damit sich nicht alles überhitz auf einer Strecke haben wir das Weingut Ca de Frati (neben einem tollen Amarone, gibts einen wirklich leckeren Weisswein und das noch zu erstaunlich guten Preisen von diesem Weingut ) als Zwischenstopp eingeplant (29 Kilometer am Stück schafft er evtl. nicht….aber 5 und 24 mit einer Pause dazwischen dann vielleicht doch?….sicher ist sicher!).
Also gut…wir sind dann los und Triumph schnurrte vor sich hin (ich glaube ihm war langweilig geworden in der Garage) und so kamen wir tatsächlich problemlos an (und mein Vertrauen ins Auto stieg).









Ich muss gestehen das ich in Sorge war das wir dort nun unser Fahrzeug komplett überladen werden (Weinflaschen in allen ritzen und zum Schluss am Schoß!?) weil die Angebote so verlocken sein würden. Allerdings war es preislich recht ernüchternd denn für die gleichen Preise sind alle Flaschen so auch bei uns erhältlich (und warum dann quer durch Italien kutschieren?). Irgendwie kam Erleichterung auf denn bis auf 2 kleine Flaschen (Grappa/Amarone) haben wir tatsächlich nichts gekauft (auch war die Taschenkontrolle für meiner Lebensgefährtin diesmal sehr streng….wir haben keinen Platz mein Schatz!)
Das Weingut selber gibt leider auch nicht viel her, also es ist sehr schön dort….aber….es ist eher zum Kaufen gedacht als zum besichtigen…insofern waren wir schnell wieder unterwegs zu unserm 2ten Hotel in Valeggio.
Valeggio ist ein wunderschöner kleiner Ort und es lohnt sich sicherlich auch vom Gardasee mal für einen Ausflug oder Abendessen dort hin zu fahren. Der Ort selber genießt den ruf das dort die Tortellini erfunden wurden und so gabs an jeder Ecke dieser leckeren Teigwaren zu essen. Valeggio ist übrigens durch eine Brücke sehr eng mit der Familie Visconti verbunden. Wer mal Lust hat über diese Familie zu recherchieren stellt schnell fest das Game of Thrones Kindergarten dagegen ist („Die Visconti“….evtl. der nächste Netflix Hit?)!
Das Hotel Corte Regia das wir gebucht hatten war der Hammer denn es hatte einen wunderschönen Pool für den die vorbeigehenden Gäste immer einen neidischen Blick hatten. Das Frühstücksbuffet und Zimmer ….ach die ganze Anlage….war toll und so konnten wir auch hier wunderschöne Tage verbringen.








Der Triumph stand allerdings hier auf einem etwas entfernten (aber privaten Parkplatz), da wir ja jeden Abend in die Stadt gelaufen sind um lecker Essen zu gehen, haben wir ihn auch jeden Abend mal kurz besucht (auch ein bisschen die Nerven beruhigt….er ist noch da!).









Irgendwann gehts auch mal wieder nach Hause
Je näher nun unser Abreise Tag kam….umso schlechter ging’s mir muss ich gestehen (Kopfkino Teil 2). 400 Kilometer Heimreise stand uns bevor und beim Hinweg waren viele Staus auf der Gegenfahrbahn (also praktisch wo wir nun lang mussten). Wenn wir wie bei der Heimreise nur die gleiche Strecke problemlos fahren könnten und dann bei 300 Kilometer wieder Hitzeprobleme bekämen….dann wären wir bis kurz hinter den Brenner…..aber noch vor dem steilsten Stück, dem Zirler Berg. Der ist Einspurig und es geht 1.000 Meter mit bis zu 15% Steigung rauf….stehenbleiben und die Benzinpumpe auskühlen lassen war dort keine Option (ein Umweg allerdings auch nicht).
Das einzige was mich positiv stimmte war …...es wird kühler. Von 37 Grad gings in Richtung 21 Grad (also Italien…in Deutschland hatte es sogar nur noch 15 Grad) am Montag….allerdings mit starken Regen. Regen ist übrigens was es in England auch sehr viel gibt nur hat der Triumph damit so gut wie noch nie Berührung seit dem ich ihn habe….ich fahre ihn eigentlich nur bei gutem Wetter. Wie er sich also bei solchen Konditionen auf der Straße verhält und werden auch die kleinen Scheibwischer mit Starkregen klar kommen….war ziemlich ungewiss (ich sah mich schon im Blindflug den Brenner herabstürzen!).
Am Sonntag Abend kam dann ein unglaubliches Gewitter und es dauerte bis in die frühen Stunden. Wir haben allerdings uns die Abfahrtstzeit auf 9:00 gelegt weil ich hoffte das der Berufsverkehr schon vorbei sein könnte und wir an den Baustellen dann einigermaßen vorbei kommen könnten. Tatsächlich war Sonnenschein als wir abfuhren und es war kühl.
Der Triumph lief und nach den ersten 100 Kilometer kam meine Zuversicht zurück. Der Liebe Gott meinte es gut mit uns …und so war zwar auf der Gegenfahrbahn ordentlich Stau….aber wir hatten keinen einzigen (?). Die Kilometer liefen nur so runter und wir machten diesmal allerdings mehrere Tankstops und liessen dem Fahrzeug genug Zeit sich auszukühlen. Ehrlich gesagt wurde die Pumpe überhaupt nicht warm und als ich schon Dachte…..hey …kein Problem….bekamen wir natürlich welche.
Nach der Österreichischen Grenze merkte ich das der Motor irgendwie nicht richtig lief (als stotterte in seiner Leistung) und mein erster Gedanke war das die Zündung oder Zündkerzen ein Problem haben. Das passierte übrigens fast wieder genau nach 300 Kilometer (evtl. ist das die Reichweite des Triumph?)!

Wir sind also bei der nächste Haltemöglichkeit raus und dann ging die Fehlersuche los. Leider musste ich feststellen das mein Zündkerzenschlüssel der falsche war (und klar hatte ich alle mögliche Werkzeug dabei….nur aber einen Zündkerzenschlüssel…der nicht passte). Ich hab zum Glück allerdings mal alle Zündkerzenstecker abgezogen und dort wurde ich fündig. Beim Einbau der elektronischen Zündung waren Kabel dabei und die sind einfach Mist. Der Kontakt innen war herausgefallen und so war klar….mal hatte sie kontakt und dann wieder nicht (es hielt so provisorisch fest)…daher kam auch das gefühlte stotternden Leistung des Motors (mal hatte sie kontakt und dann wieder nicht).
Jetzt ist es eigentlich so das man normaler Weise nicht so ohne weiteres eine Zündkabel im Auto hat….allerdings war ich so schlau und hab die alten Zündkabel im Auto gelassen (beim Ersatzrad war ja noch Platz). Ein Solches Kabel konnte ich nun verwenden und siehe da der Triumph lief wieder (alternative wäre nur noch der ADAC gewesen um nach Hause zu kommen).
Den Zirler Berg haben wir übrigens dann auch gemeistert…..wenn auch mit mulmigen Gefühl (runter ist deutlich einfacher mit einem alten Auto …als rauf). Das Auto lief brav (wenn auch irgendwie noch nicht ganz richtig) bis nach Hause, obwohl das Unwetter doch deutlich zunahm (den schlimmsten Teil davon am Sonntag haben wir Gott sei Dank ausgelassen..die Spuren davon war auf der Fahrt deutlich zu sehen). Der Unterschied zwischen Italien und Deutschland lag übrigens bei 20 Grad und so mussten wir sogar mal die Heizung im Auto anmachen („wie ging das nochmal?“).
Mein Fazit:
Der Triumph TR5 ist wirklich ein wunderschönes Auto. Die Sitze (die ich übrigens selbst wieder bezogen habe) sind für solche Fahrten erstaunlich gut (sogar bequem). Alles was über die Probleme der Benzinpumpe des TR5 PI (erstes Fahrzeug mit Einspritzung in England)! behauptet wird….ist leider wahr. Allerdings scheint das auch nur ein Thema bei ziemlich langer Fahrt und erheblichen Außentemperaturen zu sein (der Klimawandel machts möglich). Ersatzteile sollte man immer dabei haben (und auch den richtigen Zündkerzenschlüssel….was man natürlich vorher mal prüfen sollte!). Overdrive ist bei eine langen Strecke eine feine Sache und Ja man kommt damit von Deutschland bis nach Italien und auch wieder nach Hause….vorausgesetzt man hat Zeit (wir haben 8 Stunden hin und 8 Stunden zurück gebraucht).
Würde ich es wieder machen…..klar (aber ich würde ein Tick mich besser vorbereiten)
Was kommt jetzt:
Jetzt wird er Triumph erst mal geputzt….danach schmeiße ich alle Zündkabel raus und ersetze sie mit guten Qualitätsprodukten. Auch Zündkerzen werden getauscht und ich hab eine kleine Fehlerliste erstellt, Dinge die einem bei langer Fahrt so auffallen und sonst eigentlich nicht, (zb. geht das Warnblink-Relais nicht….und ich glaube der Motor muss nochmal eingestellt werden) die ich ab arbeiten muss.
Noch eines…..der Engländer der eigentlich immer schon so Italienisch wirkte (was wohl daran liegt das ihn ein Italiener Namens Giovanni Michelotti Designed hat) hat so perfekt nach Italien gepasst (Bella Macina & Belle Italia)…..und da kommt kaum ein modernes (schnelles oder teueres) wirklich ran. Und trotz seiner kleinen (bekannten) Macken….I love my Triumph TR5 🙂





