Eine kleine Sensation! Teil 2

Eventuell hat der eine oder andere schon recherchiert und hat schon einiges herausgefunden. 

Da ich Besitzer eines Benjamin Typ B von 1922 bin, beschäftige ich mich natürlich mit der Geschichte dieser Marke. Es ist schon erstaunlich was diese kleine Marke während der kurzen Existenz (inkl.nochmaligem Aufleben in der Marke Benova) so alles an Aufmerksamkeit bekommen hat.

Es gibt heute nicht mehr sehr viele Fahrzeuge der Marke Benjamin und vom Typ B und C gibt es vermutlich weltweit maximal noch 20 Stück die überlebt haben.

Maurice Jeanson der die Marke Benjamin 1920 gründete war ziemlich umtriebig und ich denke er verstand eine ganze Menge von Marketing. Das zeigt sich in den vielen Berichten (sogar Cover waren dabei) und Anzeigen die man finden kann in alten Zeitungen der Jahrgänge 1921-1925 und das ist für eine so kleine Marke extrem auffällig.

Auch hat er sich im Motorsport engagiert und konnte einige beachtliche Erfolge verzeichnen. Natürlich waren dies keine Gesamtsiege denn Benjamin fuhr in der 750ccm Klasse, aber eben dort  konnte man zahlreiche Siege einfahren. Die eigenen Motoren die man herstellte waren übrigens kleine  2 Zylinder von 500ccm bis 800 ccm oder 3 Zylinder die allerdings nicht sehr haltbar waren.

Maurice Jeanson hatte dabei ein Dreier-Team an Fahrern die er immer wieder einsetzte und auch hier zeigt sich sein Marketing-Geschick in dem er eine Frau namens Violette Morris einsetzte, was sicherlich für damlige Verhältnisse ungewöhnlich gewesen sein muß.

Das Dreier-Team bestand aus folgenden Fahrern: – Violette Morris – Hibert – Lenfant

 

Sie wurden alle mit einem Benjamin Typ B oder  C ausgestattet die mit  einen 750ccm 4 Zylinder von Lemaître & Gérard ausgerüstet waren. Der Typ C ist übrigens fast baugleich mit dem Typ B und unterscheidet sich nur in der Vorderachse, die etwas breiter ist und einen quer eingebauten Dämpfer hat.

Über Lenfant ist eigentlich nur etwas im Zusammenhang mit der Marke Benjamin zu finden. Ich habe versucht mal seinen Vornamen herauszufinden aber das war mir bis heute nicht möglich. Lenfant war allerdings für die Marke Benjamin sehr wichtig, denn er gewann 1922 das Bol d`Or Rennen in der 750er Klasse und ich bin mir sicher daß auch dieser Sieg (nach dem Erfolg bei der Tour de France) Maurice Jeanson bewegte im Rennsport dabei zu bleiben und ihn als gute Werbung für seine Marke sah.

Benjmain Anzeige 1922

 

Auf dem Forum Autodiva gibt es sogar ein Bild das Lenfant zeigt beim Bol d´Or Rennen 1922. Lefant Bol Dor 1922quelle :http://www.autodiva.fr/forum/viewtopic.php?f=2&t=262

Beim Rennen 1922 waren natürlich auch Morris und Hibert dabei, die sich aber hinter ihm geschlagen geben mussten.

Wenn man die folgenden Rennen und Platzierungen allerdings ansieht, wird man feststellen daß Morris die meisten sportlichen Events dann für sich entscheiden konnte. Ob das daran lag daß sie besser fahren konnte oder ob das ein Teil der Marketingstrategie von Maurice Jeansen war um mehr Aufmerksamkeit für seine Marke zu bekommen (wenn eine Frau gewinnt), ist natürlich reine Spekulation.

Morgen gehts weiter mit Teil 3 und dann gibts auch die Auflösung was es mit dem Anhänger auf sich hat!