Bin dann mal unterwegs

Bei Oldtimerfahrer geht es meist nicht um eine Pilgerreise am Jakobsweg aber es ist durchaus vergleichbar.

Auf dem Weg

In so einem alten Fahrzeug länger unterwegs zu sein geht einem sicherlich (ähnlich wie beim Jakobsweg) einiges durch den Kopf. Vermutlich hat das mehr mit dem Auto allerdings zu tun (nach dem Motto: war da nicht ein ungewöhnliches Geräusch, stimmt die Tankanzeige,hab ich den Deckel vom Öl wieder drauf geschraubt,  wen ruf ich an wenn wir liegen bleiben, man jetzt wär ein Navigationssystem aber gut, usw. usw.) als mit einem selbst.

In letzter Zeit häufen sich die Berichte von Überführungen auf eigener Achse bei denen man sich früher wohl eher auf einen Transport auf dem Hänger verlassen hätte. Evtl. ist das ein (gutes) Zeichen das die Qualität der Fahrzeuge und Restaurationen steigt und man deswegen vermutlich sich lange Strecken mehr und mehr zutraut.

Eine solche Geschichte hat mir Thomas gerade geschickt….vielmehr seinen Plan eine solche Überführung durchzuführen.

Den Text den er mir dabei geschrieben hat möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Hallo Michi,

die Garage ist voll und die Taschen sind leer… und dennoch konnte ich eine Gelegenheit nicht vorüberziehen lassen: Schon lange hatte ich von einem Vorkriegsfahrzeug geträumt, bevorzugt der Marke Armstrong Siddeley, passend zu unserem schwarzen Sapphire 346 von 1956. Doch sind Vorkriegsautos oftmals recht schwach motorisiert… und auf Touren mit 60 km/h als Hindernis auf der Landstraße hatte ich nicht wirklich Lust. Doch dann wurde ein 20/25 Touring Saloon von 1936 in freundlichem Primelgelb (primrose yellow) angeboten, mit guter Vorgeschichte und von Clubexperten als sehr original eingeschätzt. 3.6 Liter und 83PS….

Vorsichtig bei der Ehefrau in diversen Gesprächen eingestreut, dann nach Wales zur Besichtigung gefahren. Ihre Frage beim Telefonat aus dem Hotel in Birmingham war nur noch: „Und wie willst Du das Auto herholen?“ 🙂 Ja… nun hätte man einen Truck bestellen können, aber das wäre langweilig. Nun soll es also eine etwas abgefahrenere Tour werden:

Mit dem Flieger von Luxembourg nach London, dann mit dem Zug nach Wales…. auf eigener Achse nach Liverpool, dort auf die Nachtfähre nach Belfast und morgens weiter nach Cairnryan in Schottland…. spart mir 250 Meilen Autobahn. Dort 1-2 Tage umherfahren – schließlich war die Lady 30 Jahre lang im Besitz eines schottischen Clan Chiefs aus der Gegend – und am Montag zurück nach Luxembourg… da ich bei einer Frachtairline arbeite, konnte ich einen Lufttransport von Prestwick nach Luxembourg organisieren 🙂 .

Bin schon recht aufgeregt und hoffe, dass alles planmäßig klappt! In Schottland treffe ich auch einen Riley-Freund, der auf das Unabhängigkeitsvotum am 18. September hinfiebert…

Drück mir die Daumen!
Thomas

Lieber Thomas,

also den schwierigsten Teil hast du ja bereits hinter Dir (evtl. ist Dir das noch nicht klar )….aber die Chefin zu überzeugen das man mehr als ein Fahrzeug…oder 2  in der Garage braucht (naja brauchen ist relativ ) war der schwierigste Teil!. Dabei hätte dir übrigens z.B. der ADAC nicht helfen können, allerdings wenn du jetzt liegen bleibst, wäre er ein guter Ansprechpartern (aber ich drück Dir die Daumen….denn so wie das Auto aussieht wirst du ihn nicht brauchen).

Armstrong Siddeley

PS. ich hätte gerne noch ein Bild ….wie das Auto in ein Frachtflugzeug passt!