Opferputz oder Ausfahrt mit Freunden

Wenn ihr Euch fragt was Opferputz bedeutet, so gings mir auch und ich habe am letzten Wochenende nicht nur das gelernt.

Seit langem steht der Termin für ein Treffen im Schwarzwald für eine Oldtimerausfahrt. Ich freue mich schon die ganze Zeit drauf denn Ausfahrten mit Gabriela und Rolf, trotz langer Strecken, sind immer erholsam und man lernt viel neues.

Geplant war das ich eigentlich mit einem Vorkriegler komme denn die anderen Freunde waren vom Austin 7 Club und waren selbstverständlich mit einem Austin auch da. Dank noch vorhandener Schäden blieb mein Vorkriegsarsenal in der Halle aber ich war immerhin mit meinem TR 5 da der sich ins englische Feld gut einpasste.

Blogs oder gar Wasserstands Nachrichten waren nicht möglich denn im Hotel gab es weder Telefonempfang noch ein WLAN (für einen digiitalen Mensch eine Herausforderung). Entlohnt wurde man allerdings mit unglaublich guten Essen und entspannter Atmosphäre.

Wenn ihr immer noch rätselt was es mit Opferputz auf sich hat müsst ihr noch nicht googlen aber das Wort passt praktisch auf alles und war in den 4 Tagen eine gängige Erklärung für alles.

Insgesamt bin ich 1.000 Km gefahren und ich muss gestehen so viel bin ich an einem Stück mit dem Triumph noch nie unterwegs gewesen. Der Schwarzwald ist übrigens herrlich und für Oldtimer, dank seiner (sagen wir mal) dünnen Besiedelung perfekt geeignet (Stau ist hier ein Fremdwort).

Ausfahrt

Einen Nachmittag haben wir am Rhein in einer Gartenlaube verbracht und das sind die Nachmittage an die man sich lange erinnert. Mit dem Wort Entspannung wird es der Sache nicht gerecht sondern man gewöhnt sich an die Leichtigkeit des seins und ist ganz verwirrt wenn man aus dem Traum wieder aufwacht (weil man ja auch irgendwann wieder nach Hause fahren muss). Natürlich gabs auch was zu essen und zwar vom Grill und das gepaart mit frischen Salat , Brot und Wein durfte natürlich nicht fehlen (drink and drive….aber ganz wenig ich schwör ).

Entspannung auch für Oldies

Das Highlight einer jeder Ausfahrt ist natürlich das basteln, ja mehr brauchen wir Buben einfach nicht (der Betroffene weiß oft gar nicht was er dem Feld für eine Freude macht !)

Bei uns gabs am ersten Tag einen Reifenschaden, also wenn ich UNS sage dann meine natürlich nicht unbedingt mein Auto,  sondern reparieren ist Gruppensache. Das blöde ist das so ein Austin 7 Reifen einfach nicht groß genug ist um mehr als 5 Buben eingreifen zu lassen.

Jeder hatte einen Tipp wie man den Reifen von der Felge bekommt und ich kann mich erinnern das wir zum Schluss alle auf dem Reifen standen (mit einem Fuß natürlich denn wie gesagt so eine Austin 7 Felge ist einfach nicht groß genug für 5 vollständige Paare). Ein Nagel war übrigens am Luftverlust schuld und ich denken in 20 Jahren wird man sich erzählen das der 3cm lange Nagel ein 30 cm war und sogar Unwucht beim fahren verursacht hat. Gelernt hatte ich übrigens auch was denn auf offener Straße hab ich noch nie einen Schlauch gewechselt aber das Team konnte sich organisieren und schaffte die Reparatur anstandslos.

was zum basteln

Am 2 Tag muckte Rolfs Austin und ich muss gestehen ein komplizierteres Problem das sich nicht so einfach lokalisieren lässt ist für uns Buben weit aus spannender als eine simple Reifenreparatur.

So alte Autos haben ein Eigenleben und manchmal muss man ziemlich viel ausprobieren bis man den Ursache entdeckt. Ich denke wir hatten bis auf den Motor alles draußen (wirklich spannend das Innenleben eines Austin). Die Lösung allerdings war recht trivial denn eine der Zündkerze war die Lust am zünden ausgegangen.

Was mich eigentlich erstaunt hat was jeder so an Werkzeug und Ersatzteilen so dabei hat (mir war nicht klar das ein Austin 7 so viel Platz hat) allerdings half das alles nichts und zum Schluss war die Rettung die Dekokerzen aus einem anderen 7.

Austin kenne ich natürlich aber mein Bild zur Marke hat sich deutlich erweitert  und gehöre nun zu den Geheimnisträgern und weiß nun wo seltene Modelle stehen (was ich natürlich nicht erzähle ….die nehmen mich sonst nicht mehr mit!).

Wer übrigens noch keinen Oldtimer besitzt sollte sich mal einen zulegen, denn wo lernt man so viele nette und unterschiedlich Menschen echt kennen. Was alle verbindet (zumindest die Buben) ist die Leidenschaft fürs alte Blechle und da ist der Berufsstand wirklich Nebensache. Ich hab dieses Wochenende wieder nette Leute kennengelernt und natürlich hab ich mich auch gefreut wieder Gabriela und Rolf zu treffen (die übrigens alles perfekt organisiert haben…..vielen lieben Dank dafür).

Für nächstest Jahr übrigens planen wir nun eine etwas längere Tour die über 3 Länder geht und in Sardinien enden wird. Die Vorbereitungen laufen schon denn Vorfreude ist eben auch Freude.

Nun grüße ich noch alle Teilnehmer dieses entspannten Wochenende und es hat mich sehr gefreut mit Euch allen das tolle Wochenende verbracht zu haben .

Ach so das mit dem Opferputz wollt ihr jetzt noch wissen….ist eigentlich nicht so wichtig….wie gesagt das Wort passt einfach auf alles!