Lass mal….ich kann das alleine!

Wer einen Vorkriegs-Oldtimer hat, ist meist stolzer Besitzer eines Hängers.

Meiner ist wirklich außergewöhnlich denn er ist nicht wie üblich offen oder mit Plane sondern mit einem Festen Aufbau mit Tür. Aber das WIRKLICH außergewöhnliche ist eigentlich daran, es passen 2 Autos rein.

Das ist möglich weil er eine Art Regalsystem hat in dem 2 (nicht sehr hohe) Fahrzeug übereinander Platz haben. Die Höhe des Hängers ist allerdings schon etwas über der Norm und bei den ersten Fahrten damit hatte ich bei jeder Brücke das Gefühl nun wird er gleich wieder einstöckig (reine Einbildung denn wo ein LKW drunter passt…passe ich auch durch!).

Die Breite dagegen ist gleich wie die meines BMW (gut ich gebe zu der ist nicht schlank…..aber das ist der Fahrer auch nicht) und so ist klar…..alles wo der BMW durchpasst, geht der Hänger auch durch ( hat bis jetzt auf jeden Fall funktioniert!:lalala:).

Das Fahrgestell dazu ist ein Doppelachser und ist für 4 Tonnen ausgelegt. Inkl. Gabel kommen der Hänger auf eine Länge von rund 7 Meter.

Seit ich meine Garage habe, steht der Hänger nun auch trocken darin. Das Problem ist er muss schon mit Autokraft eingefädelt da rein kommen , denn ein schieben um die Kurve ist mit der Doppelachse kaum manuell zu bewältigen (evtl. bin ich aber auch nicht kräftig genug).

Das Beladen mache ich ehrlich gesagt am liebsten alleine….denn irgendwie muss man (gefühlt) an alles mögliche Denken und wenn man nur einen daneben steh hat und womöglich er mir auch noch erklärt das mein Auto gerade von der Rampe herunterfallen könnte (und dies einfach nur so aussieht…hey ich habs im Griff) dann macht einen das ziemlich nervös und meist endet das dann das dass Auto dann wirklich fast von der Rampe fällt.

Als ich letztens zu einem Event mit dem Hänger eine fahrt geplant hatte, dachte ich mir ich beladen an Wochenende davor den Hänger und zwar in aller Ruhe.

Die Frage meiner Frau ob sie helfen soll , beantwortete ich schnell mit einem „lass mal ich mache das alleine“. Ich glaube sie ist Froh wenn sie nicht dabei sein muss denn ich bin immer ein wenig nervös über die Dinge die so alle passieren könnten (z.B. das eben der Oldi von der Rampe fällt)und irgendwie spricht man mich am besten gar nicht an (sorry….so sind wir Männer halt).

Ich fuhr also in die Garage und der Hänger stand so das ich ihn nur ein Stück aus der Halle heraus schieben musste um das Beladen hinten noch Trocken in der Garage zu machen, denn es regnete an diesem Tag.

Die Hänger-Oldtimer-Checkliste wurde mit Bravour bestanden und so stand nach kurzer Zeit das Fahrzeug im Hänger. Es war also nur noch die Tür zu zu machen und den Hänger vor die Halle zu stellen so dass ich am folgenden Freitag ihn ganz einfach anhängen konnten und los konnte es eben gehen.

Ich habe eine alte LKW Halle als Garage und dort sind 2 große Schiebetüren auf 8 Meter Breite und 4 Meter Höhe die man ganz einfach auf die Seite schieben kann und die dann in sich zusammen klappen.

In der einen Tür stand ja der Hänger halb noch drinnen und so beschloss ich, ich schiebe ihn nicht mit Muskelkraft ganz raus sondern hänge ihn für den Rest des Weges an den BMW…. denn das ist ja viel einfacher.

Guter Plan im Prinzip nur ist BMW und Hänger als Gespann sind schon fast 12 Meter zusammen und die Vorfahrt zu Halle und Straße zusammen gerade so 12 Meter dh. und stehe ich gerade draußen ist so ziemlich alle blockiert. Der erste Versuch scheiterte deswegen denn die Straße ist belebt da ein Supermarkt (und Publikum) gegenüber ist.

Ich fuhr also wieder gerade zurück mit meinem Gespann und wartete bis die freie Fahrt möglich war. Diesmal habe ich aber einen anderen Winkel eingeschlagen um gleich ordentlich auf die Straße zu kommen.

Wer in Physik und Mathematik(oder wars Geometrie?) gut aufgepasst hat (oder auf LKWs stehts hinten auch drauf WAGEN SCHERT AUS)wird sicherlich das Unglück schon vor sich sehen (ich übrigens nicht). Nun, der Winkel und Absicht war gut nur schert der Hänger natürlich beim einschlage nach rechst auch mit der hinteren Kannte ebenfalls aus.

Das große Tor das mit V-Mäßig offen stand fädelte sich beim hinteren Rücklicht, genau da wo auch die Stützen sind, perfekt ein (sie waren wohl für einander bestimmt!). Bis ich das Unglück merkte war es im Prinzip schon zu hören und zwar für alle.

Ich saß fluchend im Auto dachte mir aber das Unglück ist schon passiert und ich versuche erst mal den Hänger vor meine Hallen hinzustellen und dann Schaden (in aller Ruhe) zu begutachten. Ich setzte auch zurück um einen besseren Winkel zu erwischen hatte aber nicht bedacht das die Tür bereits aus seiner Verankerung draußen war und nun noch weiter dem Hänger zugeneigt war (praktisch Magnetisch) und beim 2ten Versuch die Garage zu verlassen machte es nun richtig Rums.

Der Hänger war zwar draußen, das Tor aus der oberen Verankerung aber auch! 😦

Ehrlich gesagt hatte ich vor erst mal den Hänger anzusehen und zu meinem erstaunen war bis auf eine verbogene Öse für die Stelzen nichts….aber auch gar nichts zu sehen. Gut dachte ich mir da muss der Lärm von wo anders gewesen sein.

Meine Vermieterin war allerdings da anderer Meinung und stand schon auf der Straße und da wurde mir klar……mein Problem ist größer.

Beim nun genauem betrachten des Tors konnte man relativ schnell erkennen das es eben aus der oberen Verankerung draußen war (und das halbe Klapptor stand auf der Vorfahrt 😡 ). Der Bolzen der die schwere Tür oben hielt (ca. 15 cm dicker Stahl) war gebrochen und lag auf der Straße (ich wusste gar nicht das der BMW so stark ist…..ehrlich ich hab keinen Widerstand gemerkt)

Tor draußen, das hört sich banal an aber die Tore wiegen vermutlich jeweils 500 Kilo denn sie sind aus einer Zeit in der man noch alles für die Ewigkeit gebaut hatte und dicker Stahl war dafür die erste Wahl.

2 Fragen die mir nun durch den Kopf schossen, bekomme ich gleich die Kündigung und wie bekomme ich die jetzt die Tore wieder zu?

Eine Oldtimergarage alleine offen stehen zu lassen ist irgendwie gar keine gute Idee und ich sah mich schon die Nacht über mit im Klappstuhl, bewaffnete mit einem Besen, vor meine Garage sitzen.

Der Versuch das nun aus der Verankerung stehenden Tür ein Stück zu bewegen brachte überhaupt nichts….sie bewegten sich keinen Millimeter!

In der Zwischenzeit war auch der Mann der Vermieterin auf der Straße und mir blieb nichts anderes übrig als gute Miene zum Bösen Spiel zu machen. Auch ein Fahrzeug blieb stehen und fragte ob was kaputt sei, aber was antwortet man auf so eine Frage? „ nein ich mache die Tore immer so auf“

Damit ich nun nicht die Nacht bei der Garage verbringen musste wurde nun mit Zurrgurten (eine tolle Erfindung!!!) die Tür und einer Schaufel als Unterlage die Tür Stück für Stück zurück in seine Position gebracht (die Aktion dauerte allerdings rund 1 Stunde). Danach wurde noch ein Gabelstapler (ja mein Nachbar hat so was tatsächlich) in Position gebracht um die Verrieglung voninnen überhaupt zu ermöglichen (dauerte eine weitere Stunde).

Danach waren die Fensterscheiben dran denn mindesten 5 von Ihnen waren auch gebrochen und die Scherben mussten unter den Augen der Vermietern (und unter Lebensgefahr den es waren noch nicht alle aus den Rahmen gefallen) erhobenen Hauptes beseitige werden

Mein Tag war dahin und aus einem „ruhigen beladen“ wurde ein „EIN TAG DES CHAOS“.

Die Reparatur hat übrigens 2 Woche gedauert (ich konnte auch da nicht die Tore wieder aufmachen) und war unglaublich aufwendig denn die Tore mussten ja bewegt werden vor dem Schweißen und für die anfallenden Kosten hätte ich mir das Auto „delüx mäßig“ zum Event liefern und wieder abholen lassen können.

Wenn mich also nächste mal meine Frau frägt ob sie mir helfen soll so werde ich das dann dankend annehmen und sie bitte mich von blödsinnigen Aktion (dank ihrer schulischen besseren Kenntnissen) einfach mal abzuhalten…ein kurzes „Schatz das solltest du gerade nicht machen“ reicht da vollkommen (und wir hören eigentlich nie auf unserer Frauen….aber diesmal würde ich….ehrlich).